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Herbstkonferenz 2019

Die Herbstkonferenz der Jugendpfarrämter, Kinder- und Jugendwerke in den Kirchenkreisen der Ev. Luth. Kirche in Norddeutschland fand in der Zeit vom 04.-06. November 2019 statt. Veranstaltungsort war das Christophorushaus in Ratzeburg / Bäk. Beginn war am Montag 14.30 Uhr. Ende war am Mittwoch 13.00 Uhr

Themen waren der Austausch über das Diakonen- und Gemeindepädagogendienstgesetz (DGpDG) mit Dr. Mourkojannis vom Landeskirchenamt, sowie Jugendliche mit starken psychosozialen Problemen und hierzu passende spirituelle und seelsorgerliche Angebote. Am Mittwoch fand die sog. Beschlusskonferenz statt.

Foto unten: Zu Gast bei der Konferenz war am Montag-Nachmittag Oberkirchenrat Dr. Daniel Mourkojannis. Er gehört zum Dezernat Kirchliche Handlungsfelder im Landeskirchenamt. www.kirchenamt.nordkirche.de

Ein Mann mittleren Alters sitzt an einem Tisch, er spricht. Vor ihm liegt ein geöffneter Aktenordner. In der rechten Hand hält er einen Kugelschreiber, mit der linken Hand gestikuliert er.

Die Konferenz sprach mit Dr. Mourkojannis über das Diakonen- und Gemeindepädagogen-Dienstgesetz, kurz das DGpDG. Also das Kirchengesetz über die Einsegnung und den Dienst der Diakoninnen und Diakone sowie der Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Das DGpDG ist gedacht als ein gemeinsames Regelwerk für das diakonisch-gemeindepädagogische Aufgabenfeld im Bereich der Nordkirche.

Das Thema wurde dezidiert und kontrovers diskutiert. Die Konferenz stellte Fragen zu den einzelnen Paragrafen, äußerte Kritik und Zustimmung. Insbesondere wurde der Artikel 16 Absatz 6 der Verfassung der Nordkirche unter die Lupe genommen, also die Beauftragung zum Dienst der öffentlichen Verkündigung in Wort und Sakrament.

Manches konnte geklärt werden, es blieben aber auch Punkte offen. „Es war eine interessante Diskussion“, so einer der Teilnehmer. „Und, wie mir schien, hat Herr Mourkojannis die Anregungen der Konferenz gerne mitgenommen.“

Seelische Krisen und psychische Erkrankungen waren Thema am Dienstag. Neben dem Vortrag einer Kinder- und Jugendlichentherapeutin wurden Erfahrungen ausgetauscht und Praxisbeispiele besprochen.

Foto unten: Die Referentin, die Kinder- und Jugendlichentherapeutin Dipl. Päd. Kathrin Milner.

Eine Fraue mittleren Alters schreibt auf einer Wandtafel.

Rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren, so die Referentin Kathrin Milner, sind psychisch auffällig. Ganz zwangsläufig also werden Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit konfrontiert mit jungen Menschen, die psychische Probleme haben.

„Nur die Probleme zu betrachten und das Leid zu würdigen, genügt nicht“, so die Referentin. „Es ist auch die Idee wichtig, wo wir hinwollen.“ So war die Frage nach den Handlungsperspektiven ein wesentlicher Teil ihrer Ausführungen.

Interessant für die Konferenzteilnehmenden waren beispielsweise Informationen zur Altersgruppe der 13 bis 16 Jährigen, da in dieser „vulnerablen Phase“ die Grenze zwischen normaler Pubertät und einer möglichen psychischen Störung fließend verläuft. Ebenso statistische Zahlen und Fakten, etwa zum deutlichen Anstieg von stationären Behandlungen von psychischen und Verhaltensstörungen bei jungen Menschen.

Nach einer umfassenden Darstellung von Kathrin Milner zu den Themen Resilienz, Vulnerabilität, Risikofaktoren und Prophylaxe könnte die Referentin befragt und ausführlich diskutiert werden. Ein Schwerpunkt war hierbei die Problematik der Verantwortlichkeit, die persönliche Grenzen, die Pflicht ggf. zu handeln und die Möglichkeit Verantwortung an andere weiterzugeben.

Deutlich wurde die Notwendigkeit, dass Mitarbeitende in der Kinder und Jugendarbeit, in der Regel ohne therapeutische Ausbildung, sich auf ihre Kompetenzen reduzieren, also bei Krisen und psychische Problemen vorranging zuhören, begleiten und unterstützen und therapeutisches Handeln den hierzu ausgebildeten Fachkräften überlassen, diese aber ggf. auch gezielt in Anspruch nehmen.

Ausführlich wurden Praxisbeispiele der Teilnehmenden mit Kathrin Milner besprochen. Neben Fragen zu Angststörungen und Autismus wurden Ess-Störungen thematisiert. Die Frage etwa, was zu tun ist, wenn Freizeitteilnehmende tagelang nichts essen, kannten viele aus ihrer eigenen Praxis.

Hilfreich waren für die Konferenzteilnehmenden auch die Anleitung zur kollegiale Beratung und Hinweise zu den Anzeichen von Überlastung.

Eine jüngere Frau und ein Mann mittleren Alters sitzen nebeneinander an einem Tisch und lächeln in die Kamera. Vor ihnen liegen auf dem Tisch Papiere und Schreibutensilien sowie Trinkgläser und ein Laptop.

Foto oben: Caroline von Lowtzow und Christoph Bauch leiteten die Beschlusskonferenz.

Bei der Beschlusskonferenz am Mittwoch-Vormittag gab es zunächst Berichte aus den Kirchenkreisen und aus dem Landesjugendpfarramt. Weitere Themen waren die Vorbereitungen zum Heaven-Festival 2020, Qualitätsstandards in der Kinder- und Jugendarbeit, die Überarbeitung der Geschäftsordnung und Information zu Förderung und Statistik der Jugendarbeit in Schleswig-Holstein. Vorgestellt wurde die  Idee eines Barcamps zum Thema Arbeit mit Jugendlichen und Kindern. Neue Mitglieder wurden gewählt für den Geschäftsführenden Ausschuss der Konferenz. Außerden wurden Termine und Themen der kommenden Konferenzen besprochen und festgelegt.


Frühjahrskonferenz 2019

An 22. bis 24. März 2019 trafen sich zu ihrer gemeinsamen Frühjahrskonferenz die Vertreterinnen der Jugendwerke und Jugendpfarrämter der Kirchenkreise sowie die Jugendvertretung der Nordkirche. Thema des Treffens war die Frage der Identität.

Blick in einen Saal. An mehreren Tischen sitzen Gruppen von Menschen unterschiedlichen Alters an Tischen.

Sehr konkret vermittelte der Referent Christian Kurzke (Foto unten) die Aspekte der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Mit der Frage, "wer ist Christian Kurzke?" wurde deutlich, er selbst hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten auf die Antworten Einfluss zu nehmen, die überwiegend auf Vermutungen beruhten.
"Wer bin ich und wie sollen mich andere wahrnehmen?", war eine weitere Frage zum Einstieg an die Teilnehmenden. Sehr unterschiedlich fielen die jeweils individuellen Antworten aus, da hier zahlreiche und sehr unterschiedliche Kategorien zugrunde gelegt wurden.

Das Foto zeigt einen Mann mittleren Alters mit weißem Hemd und dunklem Sakko. Er zeigt auf eine Pinnwand mit zahlreichen Notizen auf runden gelben Moderationskarten.

Spannend wurde es im Weiteren mit der Frage nach der Identität der Evangelischen Jugend in der Nordkirche. „Woran erkenne ich bzw. erkennen andere, dass ich Teil der Evangelischen Jugendarbeit der gesamten Nordkirche bin.“ Hierzu wurde sehr intensiv und mit viel Spaß in mehreren Kleingruppen gearbeitet (Foto).

Blick auf eine Arbeitsgruppe. In der Bildmitte zwei lachende junge Frauen. Auf dem Tisch Schreibutensilien.

Diskutiert wurde, ob sich das Selbstverständnis stärker aus Glauben und Gemeinschaft oder aus Institution und Strukturen begründet. Der Vermutung, die Nordkirche sei eine Schöpfung aus der Erwachsenenwelt, die der Evangelischen Jugend möglicherweise wenig nütze, stellte der Referent die Überzeugung entgegen, dass die Nordkirche einen weit stärkeren Einfluss auf die Jugendarbeit habe, als auf den ersten Blick zu erkennen sei. Das reiche weit über Formulare der Fahrtkostenabrechnungen hinaus und betreffe eben auch Inhalte und Themen.

Die Kennzeichen der Nordkirchenzugehörigkeit aus eigener und fremder Perspektive wurden unterschiedlich beschrieben. Glaube, Rituale, ein gemeinsames Selbstverständnis und das Erleben von Gemeinschaft wurden zur Ich-Perspektive genannt.  Symbole, Selbstdarstellung in den Medien, aber auch Wertorientierung und Menschenbild waren die vermuteten Kennzeichen der Betrachtung von außen.

Blick in einen Arbeitsraum. Im Vordergrund zwei Tische mit Menschen verschiedenen Alters. Im Hintergrund eine junge Frau und ein Mann mittleren Alter vor einer Flipchart und drei Pinnwände mit beschrifteten Moderationskarten.

Wie die genannten Kennzeichen, im Interesse der Identitätsentwicklung unserer Nordkirche weiter entwickelt bzw. verbessert werden könnten, war die abschließende Fragestellung, zu deren Beantwortung zahlreiche Vorschläge gemacht wurden. Hier spielten inhaltliche Forderungen nach einer konsequenten Partizipation von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle, eine stärkere Geh- statt Komm-Struktur. Aber auch eine weitere Professionalisierung der Außenkommunikation inklusive eines kirchlichen Merchandising.

Ulrike Hillmann bei der Konferenz

Das Foto zeigt links einen jungen Mann mit Brille, rechts eine ältere Frau mit blonden Haaren, weißer Bluse und dunklem Pullover.

Zu Gast war Präses Ulrike Hillmann bei der gemeinsamen Konferenz am vergangenen Wochenende. Die neue Vorsitzende der Landessynode stellte sich vor und beantwortete die Fragen der Konferenz.

„Konfirmandenunterricht war in meiner Jugend noch Unterricht und das motivierte nicht gerade zum Mittun“, bedauerte Hillmann. Aber, das sei inzwischen anders geworden. Und dieses Mittun ist ihr sehr wichtig. Schwindenden Mitgliederzahlen könne und müsse man mit „alternative Formen des Mitmachens, auch ohne Mitgliedschaft“ begegnen.

Nach der Zufriedenheit von Mitarbeitenden in der Jugendarbeit gefragt, räumte Hillman ein, hierzu nur Aussagen über ihr persönlich bekannte Mitarbeitende machen zu können. Aber, so stellte sie in Aussicht, eine  nordkirchenweite Erhebung zu dieser Frage könne sie sich sehr gut vorstellen.

Nach der Rolle von Kirche in unserer Gesellschaft gefragt, befand Hillmann, eine parteipolitische Position könne es nicht geben, aber Kirche sei sozialpolitisch wichtig. Sie müsse "denen eine Stimme geben, die keine haben". Der gesellschaftliche Konsenz gehe verloren. "Aber wir haben Werte zu bieten, die diesen Konsenz ermöglichen können."

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