Drucken
Empfehlen
Sitemap
Impressum
Home
Sie befinden sich hier:  Startseite - JUPFA > Aktuell

Klimatalk in Rostock

09.07.2018

Zu den Landaktionen der KlimaSail 2018 gehört der „Klimatalk - Jugend trifft Politik“. Wie bereits in Flensburg und Kiel, waren am Wochenende in Rostock Vertreter aus Politik und Kirche zum Gespräch mit den KlimaSail-Teilnehmenden gekommen.

Eröffnet wurde die Runde zunächst mit einem Impulsvortrag von Tadzio Müller von der Rosa-Luxemburg Stiftung.  

Was machst du denn so für Umwelt und Klimaschutz“, unvorbereitet traf den Referenten die Frage der KlimaSail Teilnehmenden. „Wir sehen hier ne Plastikflasche, ne Plastiktüte und mit dem Taxi bist du auch gekommen.“

Die Antwort Müllers war unbefriedigend, aber ehrlich. Mit steigendem Engagement für die Umwelt sei eben auch eine steigende Umweltbelastung verbunden. Reisen mit dem Flugzeug und eben auch Taxifahrten seien unvermeidlich.

Foto: Veranstaltungsort war das Zelt des Zirkus Fantasia im Rostocker Hafen. Davor die Greenpeace Kleidertauschbörse.

Ansonsten gab es jedoch reichlich Zustimmung und Beifall für den Referenten, der sehr engagiert eine Änderung der wirtschaftlichen Grundstruktur forderte. „Auf einem endlichen Planeten kann man kein unendliches Wachstum haben.“

Zentral waren seine Forderungen nach der Abschaffung von Kohlekraftwerken, „Deutschland ist nicht Vorreiter beim Klimaschutz, Deutschland ist Teil des Problems“, sowie der Verzicht auf das Automobil. Seine Schuldzuweisung an die kapitalistische Wirtschaftsweise, als die Hauptursache der Klimabelastung, blieb jedoch die Auskunft zu einer Alternative schuldig.

Am anschließenden Klimatalk, mit dem Schwerpunkt Klimagerechtigkeit, beteiligen sich Bürgerschaftspräsident Dr. Wolfgang Nitzsche, Umweltsenator Holger Matthäus, Propst Wulf Schünemann, Ute Hennings Abteilungsleiterin im Umweltministerium des Landes MV und Tadzio Müller.

Wieso sich die Nordkirche für Klimagerechtigkeit engagiere, will gleich zu Beginn der Bürgerschaftspräsident Nitzsche wissen. Die Schöpfung, um die es dabei gehe, sei ein wichtiges christlich biblisches Thema, erklärt KlimaSail Teilnehmerin Sunna Herklotz. Und Gerechtigkeit sei eine Frage der christlichen Nächstenliebe.

Foto unten: Johann Güde mit Mikro, links daneben Sunna Herklotz.

KlimaSail Teilnehmer Johann Güde fragt nach dem ÖPNV. Die überfüllten Straßenbahnen und auch die engen Radwege in der Stadt werden seitens der jungen Leute bemängelt. Der Bau- und Umweltsenator Matthäus erklärt den Masterplan für Rostock und er berichtet auch vom bereits beschlossenen Konzept für den Radverkehr, „Wir wollen hier einen Quantensprung“, aber die Umsetzung sei teuer, ein langwieriger Prozess und überall gebe es Widerstände. Aber die Zukunft werde „golden“ sein.

Auch Propst Schünemann berichtet von Widerständen, etwa beim Klimaschutzgesetz der Nordkirche, als dieses beraten und beschlossen wurde. Ute Hennings sieht ebenfalls Probleme. Jeder findet Erneuerbare Energie gut, sagt sie, will aber kein Windrad vor der eigenen Türe. Dieses „St. Florian Prinzip“, die persönlichen Egoismen müssten überwunden werden. Und, „Jeder kann ein bisschen was machen.“

Foto: Bei der Begrüßung der KlimaSail Crew im Hafen, Lea Uteß trägt Bürgerschaftspräsident Dr. Nitzsche die Forderungen die KlimaSail Teilnehmenden vor.

Matthäus fordert die Jugend auf, sich zu engagieren, sich einzumischen, etwa bei Bürgerveranstaltungen der Stadt Rostock. Müller verweist auf die Kraft der Bürgerbewegungen und die Möglichkeiten der Klimaaktivisten. Hennings sieht die Notwendigkeit Ansprüche zu reduzieren und fordert eine Wertediskussion.

Die KlimaSail Teilnehmenden sind mit den Auskünften nicht zufrieden. Mit der Frage „Was ist denn wirklich schon passiert, nicht nur geplant?“, drängen die jungen Leute nach konkreten Beispielen im Klimaschutz. Ungeduldig wird Anneke Ratzlaff, „Sie antworten nicht auf unsere Fragen. Wir wollen und können etwas tun. Aber wir brauchen klare Auskünfte.“

Die Jugendlichen werden auf Zeitungsberichte, Stadtanzeiger und Internetseiten verwiesen und die Beteiligung an Arbeitskreisen, wie etwa der Rostocker Arbeitskreis Energiewende. Solche Möglichkeiten werden zu wenig genutzt, bemängelt Matthäus. Aber nicht ein mangelndes Angebot der Beteiligung, sondern die Kommunikation dazu sei das Problem, finden die jungen Leute. Printmedien erreichten die ältere Generation. Um junge Leute zu erreichen sei es sinnvoll, etwa Instagram zu nutzen. Auch seien kurze und besser verständliche Darstellungen im Internet, etwa des Masterplans, nötig.

Ute Hennings überrascht mit einem konkreten Angebot seitens des Umweltministeriums. Sie lädt ein zu einer Ministeriellen Arbeitsgruppe zum Grundwasserschutz, um gemeinsam zu überlegen, wie die Öffentlichkeitsarbeit mehr Leute erreichen kann. „Da machen wir ein konkretes Projekt draus“, verspricht Hennings. Nach dem Klimatalk werden Adressen und Telefonnummern zwischen Jugendlichen und Ute Hennings ausgetauscht, sowie Termine verabredet.

Dieses Angebot trifft die Vorstellungen der KlimaSail Teilnehmenden, die mehr Beteiligung fordern. „Wir wollen frühzeitig eingebunden werden, unterstützen und mitgestalten“.

zurück zur Startseite
 

 

 

Taizé-Termine

Fahrten nach Taizé, Andachten und Veranstaltungen, Adressen von Taizé-Interessierten in der Nordkirche gibts hier.


© 2018 Jugendpfarramt in der Nordkirche | Impressum | Datenschutz | Kontakt
Zum Seitenanfang
▼  Schnellleiste